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Tynset

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Tynset - das ist der magische Pol eines exzessiven Monologs, in dem ein Ich-Erzähler in einer langen schlaflosen Nacht das Inventar seines Lebens und seines Bewußtseins ausbreitet.

Tynset ist ein 1965 erschienenes lyrisches Prosawerk des deutschen Schriftstellers Wolfgang Hildesheimer. Der häufig, nicht jedoch von Hildesheimer selbst, als Roman bezeichnete Text gibt die Gedanken eines Schlaflosen im Verlauf einer durchwachten Nacht wieder. Tynset, das zu Hildesheimers Hauptwerken gezählt wird, thematisiert die Resignation im Angesicht einer absurden Welt. Der Ich-Erzähler aus Tynset ist auch in anderen Werken Hildesheimers anzutreffen und weist Gemeinsamkeiten mit Hildesheimer selbst auf. Benannt ist das Werk nach der norwegischen Gemeinde Tynset, die sich der Erzähler als Reiseziel ausmalt.

Das Buch war in seinem Erscheinungsjahr ein Bestseller, fand in der zeitgenössischen Presse starke Beachtung und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, konnte aber nicht die Popularität von Hildesheimers Lieblosen Legenden erreichen. Hildesheimer wurde für Tynset mit dem Literaturpreis der Stadt Bremen ausgezeichnet.

269 pages, Paperback

First published January 1, 1965

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About the author

Wolfgang Hildesheimer

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Displaying 1 - 18 of 18 reviews
Profile Image for Michael.
1,609 reviews210 followers
September 2, 2019
"Angst? Ja, Angst vor der Stille der Nächte,
in denen jene Gestalten am Werk sind, die
keine Angst verspüren."



In einer schlaflosen Nacht ent- und schließlich verwirft der namenlose Erzähler dieses Romans, der eigentlich kein Roman ist, eine Reise nach Tynset, einem verschlafenen Nest in Norwegen, das ihm, der nichts sucht, Sehnsuchtsort sein könnte; der mit seinem Teleskop einen Blick in die Leere des Alls werfen, einen Ausschnitt finden möchte, in dem endlich einmal nichts zu sehen wäre, kein Stern, kein Planet (Erinnerung an Schmidts Protagonisten, der an den Weltrand entfliehen will). Gedankenkreiseln, Tagträume zur Nachtzeit. Wäre es besser, es wäre nichts?

Einerseits dem Tod keine Macht einräumen, andererseits dem Leben entfliehen. Einem Leben, in dem die Erinnerung an Nazi=Verbrecher, die in der Nachbarschaft wohnen, die schon wieder Ämter bekleiden, dem Erzähler den Schlaf rauben. Über die Träume, die ihm Schlaf brächte, wissen wir nichts, vielleicht ist sie gut, die Schlaflosigkeit, vielleicht ist den Hähnen zu danken, die – sie können nicht anders – immer einen neuen Tag ankündigen.

Erinnerungen also an Täter, die sich den Nürnberger Prozessen nicht stellen mussten: Huncke, Gottfried (!!!) Malkusch, Erhard Selbach, Obwasser, Kabasta. Einige dieser Verbrecher ruft der Erzähler nachts an und teilt ihnen mit, alles sei entdeckt. Immerhin ist bei zweien die Angst so groß, dass sie in kürzester Zeit ihre Koffer packen und fliehen.
Einer "(…) stand dann eine Weile zögernd auf der Straße, sah abwechselnd in beide Richtungen, als fiele die Wahl des Weges ihm schwer, und ging in der schließlich gewählten Richtung davon,
sein Schritt gewann allmählich an Sicherheit, schon nahm ein neues Ziel Gestalt an"
.

Diese Täter haben ein erschreckendes Naturell, sie können sich leicht neu orientieren und mit Befremden konstatiert der Erzähler, "(…) daß es Männer waren, die sich überall zurecht finden, an jedem Ort ihre Pfähle einschlagen und eine neue Existenz aufbauen, Meister ihres Schicksals und meist auch des Schicksals anderer."

Wenn so einer schon wieder Landrat ist, dann muss die "öffentliche Ordnung" für den Erzähler eine Drohung sein, die Bezeichnung bestenfalls unglaubliches Ironie=Potenzial haben. In dieser Gesellschaft fühlt er sich entfremdet und isoliert.
Und wenn auf der Strecke von Tod zu Tod, von den Vernichtungslagern des Faschismus bis zum unausweichlichen Ende, das jeden ereilt, Tynset eine gewisse Attraktivität hat, dann die, dass dort in der Vorstellung des Erzählers nichts geschieht, keine Revolution stattgefunden hat, also auch nicht die nationalsozialistische; keine Wagnersängerinnen, (hoffentlich) keine abgetauchten Kriegsverbrecher und Massenmörder, schon gar nicht im Amt des Landrats, anzutreffen sind.

Scylla und Charybdis, diesen Monstern ist mit Dialektik nicht beizukommen. Zwischen zwei Betten, die er sein Eigen nennt, kann der Erzähler wählen:
Das "Winterbett" ist das des italienischen Fürsten Carlo Gesualdo (sein Onkel war Kardinal und Erzbischof), Lautenspieler und Komponist. 1590 ertappte Gesualdo seine Frau in flagranti beim Ehebruch und sie und ihr Liebhaber wurden getötet in eben dem Bett, in dem der Erzähler schlaflos liegt. Da es ein "Ehrenmord" war, blieb die Tat für Gesualdo juristisch folgenlos, soviel zur Wiederkehr des ewig Gleichen.
Im anderen, dem Sommerbett, raffte einst die Pest sieben Schläfer, die in einem Gasthaus darin gemeinsam übernachteten, dahin. Vanitas und Eitelkeit.

Tynset ist ein Buch über Schuld, die nicht gesühnt wird, über die Verheerung der Kriegsverbrechen, die Millionen Menschen das Leben gekostet und das ihrer Familien zerstört haben. Wie kann man mit der Erinnerung an das leben, was Menschen anderen anzutun imstande sind (Hildesheimer war Simultandolmetscher bei den Nürnberger Prozessen und mit unvorstellbaren Verbrechen also vertraut), wie zur Normalität zurück finden?

Der Nachtmonolog, der anfangs assoziativ wirkt, bis die komplexen Motivketten erkennbar werden, ist der eines Mannes, der seinen Erinnerungen allenfalls kurzfristig entfliehen kann.
Keine Erinnerung ist für immer vergessen und ganz am Ende des Buches fällt dem Erzähler auch wieder der Name der Frau ein, die ihm einmal – fast scheint es, in einem anderen Leben – etwas bedeutet hat. Wo ist sie heute? Lebt sie noch? Vielleicht konnte sie es nicht ertragen, mit jemandem zu leben, den die Schuld der anderen nicht zur Ruhe kommen lässt.

Und das ist dann auch die Frage, die Tynset stellt: In welche Maße wollen wir unsere Ruhe haben, vergessen, welche Verbrechen geschehen sind? Ist Vergessen Gabe oder Last des Volkes, von der die Machthungrigen profitieren? Die aktuellen Wahlerfolge der AfD könnten diese Befürchtung bestätigen.
Profile Image for Semjon.
766 reviews504 followers
September 5, 2019
Gedankenströme in einer schlaflosen Nacht können ungewöhnliche Wege nehmen. Man denkt an konkrete Erlebnisse, verfällt dann kurzzeitig in einen Halbschlaf mit traumähnlichen Zustand und vermischt Realität und Imaginationen. Dann ertappt man sich plötzlich, dass man über die Zukunft phantasiert hat. Solche Wellenbewegungen nehmen auch die Gedankengänge des namenlosen Protagonisten dieses Buchs. Und kehren dabei in kurzen Sequenzen immer mal wieder in das Jetzt zurück, in denen sich der Protagonist bewusst durch das leere Haus bewegt, das Bett wechselt, aus dem Fenster schaut.

Das ist keine Erzählung, ein Buch ohne Handlung, irgendwie ein Versuch, die Belastungen aus vergangenen Traumata nicht zu erzählen, sondern über die beklemmenden Gedanken des Ich-Erzählers der Leserschaft näher zu bringen. Es erzeugte in mir ein ganz ungutes Gefühl, und ich musste mich wirklich zwingen, das Buch zu beenden, da sich vieles in mir weigerte, in die Gedanken eines anderen Menschen einzutauchen. Insofern fühle ich mich durch das Buch intellektuell und emotional einerseits überfordert, andererseits aber auch aufgrund der Kunst, durch Sprache solche Gefühle zu erzeugen, fasziniert. Die Seiten, in denen der Protagonist aus den Erlebnissen der Nacht erzählte oder wie er als Nazi-Jäger den vermeintlich unbescholtenen Mitbürgern hinterher spürte und sie aufschreckte, waren wie Oasen in dieser wilden Gedanken-Odyssee. Eine solche Oase sehnte auch der Protagonist herbei, quasi ein Zufluchtsort, der im Ruhe und Sicherheit schenkt. Dank des Studiums eines norwegischen Kursbuchs in dieser Nacht (was man halt so auf seinem Nachttisch zum Lesen liegen hat), bleibt er beim Zwischenhalt-Ort Tynset hängen und stilisiert diese Stadt zu einem Paradies hoch, ohne diese Häuseransammlung im norwegischen Nirgendwo zu kennen. Der bloße Klang des Namen weckt positive Assoziationen. Auch wenn das Buch traurig und dunkel ist, wenigstens ist es nicht hoffnungslos.

Eine interessante Erfahrung beim Lesen, aber eine Erfahrung, die ich nicht bei jedem Buch brauche.
Profile Image for Héctor Genta.
401 reviews88 followers
November 5, 2018
Strano destino, quello di Tynset. Hildesheimer teorizza la fine della letteratura e per dimostrarlo scrive questo libro che in realtà si rivela un gran romanzo (se possiamo definirlo tale, perché sulla classificazione di quest'opera lo stesso autore sembra nutrire dei dubbi).
Tynset è un lungo monologo, che a tratti rimanda a Bernhardt e a tratti a Sebald. Pensieri in libertà di un uomo che vive tra il letto e la stanza, quasi paralizzato in un'immobilità beckettiana, presente e assente al tempo stesso. Un solitario che vive con l'unica compagnia di Celestine, la domestica che sembra uscita dalle pagine di un romanzo di Dostoevskij, una donna che beve e prega, occupata a portare il fardello della sua colpa (qualunque essa sia) perché convinta che questo sia il suo ruolo.
Tynset è un'idea, il nome di una cittadina norvegese che serve a muovere le acque del pensiero del protagonista, a sollecitarne la fantasia per costruire progetti destinati a rimanere sulla carta. Tynset è qualcosa a metà tra uno scopo, un gioco e un sogno.
Pensieri in libertà, si diceva. Pensieri che spaziano dalla superficie delle cose alle profondità, arrivando a sfiorare l'irrisolto, il non detto che giace nel fondo dell'anima tedesca, quel senso di colpa con il quale molti ancora convivono. Uomini che vivono come fantasmi e che il protagonista rincorre per un po' per spingerli a fare i conti con la loro coscienza.
Il protagonista del libro è un uomo che ha rinunciato alla vita attiva ("Ma io so dove mi trovo? Dove? Qui… da nessuna parte: ecco l'unico luogo dove posso respirare, libero, sciolto da ogni cosa, non assalito da nient'altro che dalle intemperie. Non aver colloqui, non eseguire incarichi, non pronunciar sentenze, non avere colpe. […] mi lascio portare finché non esisto più.") e che combatte l'insonnia dedicandosi alla memoria e ad imitare la vita. Ha provato a scrivere un elenco telefonico inesistente per immaginare un mondo che però finisce sempre per dover fare i conti con quello reale. Un uomo che vive nella quotidianità ma solo a mezzo servizio ("sono nel quadro e sono fuori del quadro, lo contemplo dal di fuori, sono solo e siamo in due… in due? Ma con chi?"). Un uomo bernhardiano, che definisce la vita "inganno e menzogna e umiliazione", una "gabbia che non offre possibilità", un luogo che abita "senza sapere qual era il mio posto". Unico scopo è il nulla, inteso come "lo spazio frapposto tra una cosa e l'altra, questo soltanto", un nulla però che gli risulta inaccessibile.
In Tynset ricordi e fantasie sii mescolano, aiutati dall'alcool confondono i loro confini in una dissolvenza che lascia filtrare solo immagini sbiadite, figure vere e inventate che si incrociano in una danza assurda, abitanti di un labirinto dal quale sembra impossibile uscire, impresa che poi forse è anche inutile perché ogni sforzo è inutile, perché non c'è un altro posto dove stare, e allora non vale nemmeno la pena dedicare troppo tempo ad ognuna delle storie che il protagonista immagina e poi abbandona. Una serie di bozzetti sterili, di possibilità inespresse che servono solo a far trascorrere la vita e che fanno di Tynset un grande romanzo espressionista.
Profile Image for Lobstergirl.
1,924 reviews1,440 followers
June 21, 2017

"I'm lying in bed, in my winter bed." So begins the 170 page monologue by a nameless narrator living in some nameless Alpine town. We're in the literary vein of W.G. Sebald and Thomas Bernhard. He can't sleep, so he reaches for reading material and comes up with a Norwegian railway timetable, which gives him the name of a town, Tynset. He imagines travelling there. He imagines many other things over the course of the sleepless night; he wanders the large house, taking us to his summer bed, which is elevated and airy and can sleep seven. "...I like to lie diagonally and stretch myself out as far as I can, knowing that, try as I might, I will never reach a corner..." His summer bed came from the Midland county of Cheshire and dates to the early 16th century. He imagines it in an inn, where seven people over the course of a night crawl into it - a monk, a courtesan, a soldier dying of the plague, a miller and his wife, a nobleman and his young assistant. Surreptitious sexual goings-on go on, in his imagination, and by morning all seven inhabitants of the bed are nearly dead and are dragged out to the river by the innkeeper.

That tale is imaginary, but the story of the Chicago evangelist who came to one of the narrator's parties, handed out hymnals for everyone to sing, and then dodged the thrown hymnals of the irritated partygoers is told as if real. When the party ended, the evangelist left, got stranded on a snowy Alpine pass, and froze to death in his car; the narrator has seen him frozen there, his mouth forming "a loud, but now long since faded A, the A of a hymn to be sure."

Comically, the narrator reminisces about the times he used to look up people at random in the phone book and crank call them at night. The first time, he happened across the name of the man who lived diagonally from him. He phones, and a light comes on in the man's house. "So you are Mr. Huncke." "Yes....why?" "What is this about?" "Do you feel guilty, Mr. Huncke?" Mr. Huncke hisses at him, "Just you wait! We'll be back soon! And when we are, you'll get yours!" Invigorated, the narrator advises: "Mr. Huncke, please listen to me now: they know everything, everything. Do you understand? I would advise you to leave now, while you still have time!" He watches as one by one more windows of Mr. Huncke's house are illuminated "until the entire building was glowing like an opera house at intermission." A taxi arrives and Mr. Huncke flees with two suitcases.

I couldn't help it: I wanted these cruel stories to go on forever.

"Mr. Malkusch, they know everything." After a second, he replied hoarsely: "No." "Yes," I said back, "I'm afraid they do." "So they know everything." "Everything," I repeated...."And now?" he asked. "Malkusch," I whispered kindly, for I did in this moment feel a certain pity for the man, "Malkusch, you should leave before it's too late!" Another helpless pause, and then: "Do I have time to pack a few things?" "I'm afraid not," I whispered. Suddenly, my empathy had vanished. "No, Malkusch, I wouldn't if I were you." "Thank you, Obwasser," he said. Yes, "Obwasser."


Hildesheimer was Jewish, left Germany in 1933 for England, and served as an interpreter at the Nuremberg trials.
Profile Image for Jim Elkins.
361 reviews458 followers
Read
April 14, 2024
An Undecided Allegiance to Unhappiness

Hildesheimer's Tynset records a man's nocturnal ramblings, both in his mind and around his house, during one sleepless night. It has absurdist or surrealist moments—a man frozen in his car, a narrator who used to dial people at random and tell them they should be afraid, a harmonium playing out of tune in a cavernous space, a Renaissance bed that slept seven people—but those moments are rendered ineffective by the novel's framing: after all, a sleepless night, filled with miscellaneous memories, is going to be full of leaps and incongruities. The setting promises either an unexpected and possibly redeeming coherence, or a demonstration of persistent lack of order or meaning. Tynset offers playful absurdity and surprise, which neither converge on an identifiable form or reveal an irreparable fragmentation.

The title is the name of a town in Norway, a few hours south of Trondheim. The narrator has picked it a random from a train schedule, which he reads, along with phone books, as an engine for his imagination. It's a thin conceit by definition, and it never becomes expressive. The book has two or three long set pieces: a party, during which hymns are sung; an extended Boccaccian fantasy about seven people who one slept on the narrator's antique bed; and an inventory of the house.

The problem here is that in the absence of a contrasting narrative structure, set pieces need to be magnetic: they need to pull the novel together, or to provide proof it is fragmented. These do neither.

Tynset is undecided between two promising poles. It could have drawn us toward the chimera of Tynset, the place that the narrator had never visited, which he continuously planned to visit, but would in fact never visit. Alternatively, if Hildesheimer had wanted to demonstrate a lack of coherence, he could have proposed the narative as a purposeless, desperately lonely night spent with an antisocial insomniac, or even entertaining, stream-of-consciousness showpiece of his insomniac's thronged and bursting imagination. As it stands Tynset is an indecisive mixture, afraid of deep despair, infatuated with colorful stories, inconstant in its allegiance to its narrator's apparently ultimately empty life.

There are many models of gradually emerging coherence, from Proust to Robinson. And models of persistent meaninglessness, paradigmatically Beckett. This could also have been a negotiation of those, but there is no voice here to speak to that problem: instead there's a vacillation, a limiting indecision.
Profile Image for Heronimo Gieronymus.
489 reviews150 followers
December 20, 2016
TYNSET. It is no small thing to set to flight the nocturnal meanderings of insomniac congitations and to therein find musical form. No small thing at all. And that is precisely what Hildesheimer has done in this often mesmerizing novel. A novel he refused to call a novel. That he preferred to call a monologue. It is hard to overlook, however, some of the typographical choices here, which are supremely novelistic. It is also impossible to credibly suggest that this is a monologue that is spoken aloud. This is clearly a thinking business; thoughts thought in the night, slightly feverish, nary a voice to carry them nor ears upon which for them to land. This is also very much thought thought in a specific space, that of a palatial manse, of course at night, very much in winter. We are very much aware of encountering these thoughts amidst empty halls, creaking wood, the echoes of near-solitude, and not least of all the cold. The musicality of the novel is a musicality of interlocking riffs, married to repetitions, fragmentation, and sneakily deferred elaborations. TYNSET uses a umber of motifs (the titular town, tho ghost of Hamlet's father, the winter bed, the summer bed) as jumping-off points and as compass points. It is finding its way (circuitously), like its narrator, in the dark. That the book is elaborate in doing this, and not a mere stream of consciousness, only becomes progressively apparent. Formally ingenious or not, however, the concept itself is somewhat slight and the novel lives and dies by the quality of its riffs, some of which are magnificent, some less so. Certainly, the orgy of phantom archetypes projected onto one of those all-important beds is the novel's highlight. There is also brilliant throwaway stuff like a bit on the burial of Mozart and a particular performance of Hamlet in London (right near the book's conclusion). The title of the book is a kind of incantation, a locus, and a divining rod. And the whole things speaks to me very much right now, as my sleep-cycle is an unholy mess.
Profile Image for Sonali V.
198 reviews85 followers
April 9, 2024
An apparently free-wheeling journey through epochs, places, countries and thoughts. Roads are traversed to reach somewhere following the given authoritative directions until one rebels against it and a beautiful chaos ensues, or does it. A sideways look into the Holocaust, culpability, memories, the absurdity of life, defiance. Through fable like stories we confront recent history. How do different people respond to events. The speaker looks through his old telescope into the farthest reaches of the universe wishing to see the nothing behind the nothing. It is lyrical and poetic. It is philosophical. A marvel of a book.
701 reviews78 followers
August 25, 2021
Estoy en la biblioteca y enciendo la luz (…) ¿Dónde en estas hileras y montones que nadie ha ordenado en años, desde que levé el ancla, desde el comienzo de mi lenta, y al principio imperceptible, alienación, desde la pérdida de los criterios según los cuales debían ordenarse los libros y cosas semejantes?”
.
Ya me han pasado dos cosas peculiares con esta novela extraña y fascinante, largo monólogo sobre nada y sobre la nada, que llevo casi toda la tarde leyendo sin parar. Sebald la cita en ‘Campo Santo’ y aunque en la bibliografía no aparece su traducción al castellano, algo en mi mente, que de momento funciona mejor que el orden de mi biblioteca, me hizo recordar que la tenía desde hacía muchos años, aunque no la había leído aún. Por algunos detalles que daba Sebald, y como me encanta eso de que unos libros te lleven a otros, me he puesto a leerla, y después de haber visto en Wikipedia que Hildesheimer había escrito un libro sobre Mozart, he caído en la cuenta de que era el ensayo que había empezado hace tiempo, justamente en mi fase de adicción a los conciertos de piano de Mozart. Extrañas conexiones. Pero no tanto como las redes que propone ‘Tynset’: guías telefónicas, líneas ferroviarias, ciudades que crecen en continua metástasis. Resulta que Tynset es una pequeña población noruega de apenas 5.500 habitantes hoy día. Me los imagino flipando cuando se entraron que era el título de una novela de un escritor alemán de posguerra. Espero que al menos le hayan dedicado una calle o un busto. Mejor una calle. No creo que vaya a ir nunca a Tynset pero otras de las redes que menciona Hildesheimer es el laberinto de los jardines de Villa Barbarigo, un palacio barroco cercano a Padua, que está hecho con más de 6.000 arbustos y que tiene un templete central elevado, que es la solución del enigma: el paseante sólo tiene que llegar hasta él y subir al mirador para ver dónde se encuentra la salida. Si es que se encuentra el camino hasta el templete, claro. Otro sitio más para perderse en Italia.
Profile Image for Maurizio Manco.
Author 7 books132 followers
April 14, 2018
"Da nessuna parte: ecco l'unico luogo dove posso respirare, libero, sciolto da ogni cosa, non assalito da nient'altro che dalle intemperie. Non aver colloqui, non eseguire incarichi, non pronunciar sentenze, non aver colpe, non essere padroni di alcun mestiere tranne un minimo di gastronomia, non invocare alcun Dio […] non battere altro sentiero che quello attraverso i giardini, e nient'altro, nient'altro... mi lascio portare finché non esisto più." (pp. 31, 32)

"Mi muovo in una realtà mostruosa, apparentemente libero, in realtà legato, in una prigionia piena di maltrattamenti nascosti che spesso... no: che talvolta sembrano carezze, ma per le quali dobbiamo pagare un caro prezzo... in una gabbia che non offre possibilità." (p. 59)
Profile Image for Ivar Volmar.
151 reviews17 followers
March 28, 2021
Mis juhtub inimese peas, kui ta peab veetma ühe unetu öö majas täis mälestusi ja asju, millel kõigil on oma ajalugu. Sel raamatul pole otseselt mingit süžeed, ehkki erinevaid stseene jutustaja mälestused ja ka kujutlusvõime maalivad. Et aga kõik toimub inimesed sisemaailmas tema sisemise monoloogina, on kogu romaani ülesehitus pigem painajalikult absurdne ja unenäoline.
Profile Image for Telarak Amuna.
218 reviews3 followers
March 29, 2023
Romanzo a digressione, in cui il protagonista gira per la sua vasta casa, di notte, soffrendo d’insonnia, e si ricorda o immagine cose, le quali costituiscono gran parte della narrazione. L’inizio è già orchestrato con estrema paura. Subito due frasi bimembri introducono, tramite la menzione dell’inverno e di un sonno continuo, una forte dimensione di malinconia, dai risvolti onirici (“Sono a letto, nel mio letto invernale. È ora di dormire. Ma quando mai non è ora di dormire?”). Il seguito sposta l’ago verso l’aspetto funereo, di implacabile disfacimento a cui conduce ogni cosa il tempo e infine, il terzo paragrafo, aggiunge la soggettività, il pensiero dell’io che si interroga sulla realtà (“io mi chiedo”), antidoto secolare alla mortalità dell’uomo. Una risposta al tempo che passa che il protagonista/narratore dà tramite una viva curiosità, una sete di conoscenza ormai indolente; ma non è l’unica possibilità, infatti la domestica Celestina ricorre alla religione.
L’avvio del romanzo è un orario ferroviario norvegese, con una fermata chiamata Tynset; da qui si avvia la sensibilità tutta soggettiva e a suo modo lirica dell’autore, che esalta una realtà esistente prima e dopo gli orari, ennesimo tentativo dell’uomo di dominare la natura e persino lo spazio e il tempo. E le città dove si aggrega, più sono grandi (vi si fermano i diretti), più rifuggono le leggende, espressione di un mondo ancora lirico o magico-favolistico di rapportarsi alla realtà prossima, già con il germe della sottomissione, ma con ancora lo spazio per la meraviglia e il mistero. Inoltre un orario rappresenta proprio il tipo di comunicazione o “scrittura” che la narrativa non è, soprattutto se in continua divagazione, se centrifuga rispetto al nucleo degli avvenimenti (il centro degli orari invece), come questo libro. La fantasia del narratore, come un demiurgo, forgia una vita a queste città, scritte su un orario ferroviario o intraviste in una fotografia. Tutto rimane nell’ipotetico, ma nella vivacità della descrizione al lettore pare di vedere una realtà tanto concreta quanto quella vera e di certo molto più evocativa, grazie alla sfumatura melanconica che il narratore proietta su quei nomi, inventandola anche per essi. Al contempo è magnifico come H. riesca ad estrarre tante riflessioni e considerazioni, tanto significato oltre a quello dell’oggetto che indica. Altrettanto incredibile è che H. riesca a fare della narrazione (della letteratura?) con dati ed elementi solitamente sterile dal punto di vista poetico, come quelli linguistici. Qui si vede come sia possibile con la sufficiente sensibilità, fantasia e abilità, fare della letteratura con qualsiasi materiale e tanto più sarà “inerte”, tanto sarà maggiore la sorpresa e l’impatto sul lettore, che si troverà spalancati davanti orizzonti di senso inimmaginati. Dà un significato completamente nuovo ad oggetti assolutamente quotidiani e prosaici, li trascende per giungere, grazie alla continua meditazione interiore, a realtà più vaste, a un legame più profondo e poetico con essi.
Non manca però, a fianco della patina malinconica, il ricorso all’ironia, come quando parla dei cantanti dell’opera e del loro salario misurato sul do diesis. Questa ironia disincantata cozza anche con la patina romantica e misteriosa di questi luoghi, dipanandola e smascherando ciò che è solo nebbia, rilevando invece le piccole gioie quotidiane, che sono al contempo limiti umanissimi ad aprirsi e elevarsi a significati più pieni, meno provinciali, che tentino di sondare le regioni inospitali, come forse cerca di fare H. con questo monologo-passeggiata interiore, per tappe improvvise e non stabilite precedentemente: cerca il sonno o il risveglio? Infatti H. sembra accostarsi al montaliano punto morto del mondo, anello che non tiene, filo che ci metta in mezzo alla verità e allora, in un mondo che cela la verità, che si traveste di senso posticcio, H. evoca la sua versione ipotetica che partecipa dello stesso diritto di esistere e della stessa validità (e assenza di valore oggettivo). Questo camminarci metaforicamente all’interno è un cercare quel filo, per dare un senso alla propria realtà, per poi provare eventualmente ad estenderlo o correlarlo all’altra.
I dialoghi ricordati, spesso un po’ paradossali nell’amplificatore di solitudine, inquietudini e sensi di colpa che è la notte, inscenano l’allegoria dei rapporti umani, spesso tesi a prevaricare il prossimo per puro piacere e soprattutto raramente privi di qualche colpa: a ciò si aggiunge il parallelo impulso a fuggire, a ricercare il nuovo inizio.
La scena della peste può ingenerare qualche perplessità per l’istantaneo infermarsi degli ospiti della taverna, avendo la peste almeno due giorni di incubazione, tuttavia in questa cattedrale della fantasia, può ben rientrare anche questa piccola forzatura volontaria, spia che denuncia il gioco creativo di questa ulteriore narrazione (fittiva rispetto al narratore), inscatolata nella narrazione principale. Questo continuo creare nuovi nuclei narrativi (più o meno autoconclusi) all’interno di una vicenda di per sé priva di eventi, permette di leggere il narratore come un doppio dell’autore, come un suo io letterario inserito nel testo per la felice riuscita di questo esperimento. E si tratta di un geniale tentativo di non ridurre drasticamente le potenzialità del testo ad ogni pagina. Infatti ogni testo che si inscrive in un genere e si snoda lungo una trama, esclude tanti altri genere diversi e tante altre trame (o rami divergenti rispetto a quelli selezionati). H. riesce in gran parte ad evitarlo, perché cancellando in sostanza la trama (non ci sono quasi eventi effettivi nel segmento temporale della narrazione) e infarcendola di digressioni che spaziano dal ricordo alla riflessione, dal fatto storico (sempre rievocato) all’invenzione dell’immaginazione (sempre riferiti al protagonista) e soprattutto grazie a quest’ultima H. può inserire potenzialmente nella narrazione qualsiasi materiale (e la novella della peste dal gusto fortemente patetico lo dimostra); solo l’ultima parola del libro sancirà il confine del potenziale.
Il tentativo di rendere il flusso interiore di pensieri è reso da un’estrema sinteticità e secchezza della sintassi, rigorosamente paratattica e asindetica. Di per sé è un sistema efficace, ma mantiene una sfumatura di artificiosità, che negli scrittori più legati a questa tematica non si riscontra, ma a costo di una sperimentalità più accesa e di un tessuto narrativo più fluido e sfilacciato.
A questa leggera artificiosità comunque ci si abitua subito, senza più farci caso dopo poche pagine e in più si fa perdonare per la magnifica capacità descrittiva, anche di cose già mille volte descritte, come il sole basso all’orizzonte e delle ombre che ne derivano, capacità di descrizione davvero pittorica e di far riecheggiare il paesaggio nel suo intimo, con il parallelismo del gioco di ombre, sempre diverso e divaricato tra vicino e lontano, e della percezione di sé, ugualmente mutevole e contraddistinta dai due poli dell’alienazione e della chiusura intimista.
Talvolta si susseguono paragrafi strettamente concatenati e senza maiuscola iniziale, uso molto particolare e rende benissimo l’idea di un susseguirsi di pensieri, anello dopo anello, sul medesimo argomento.
Oltre alla genialità di non precludersi a livello potenziale nessun percorso, il romanzo è stupendo soprattutto per un aspetto: lo stile. Dicono che Hildeseimer sia lo scrittore tedesco più elegante e formalmente più perfetto e, purtroppo, non riuscendo a leggerlo in lingua originale, sicuramente si perde qualcosa in traduzione. Ciononostante rimane uno degli scrittori più bravi a scrivere che abbia mai letto, persino in traduzione.
Profile Image for Elettra.
357 reviews28 followers
June 29, 2022
Non mi è assolutamente facile commentare questo libro, che è, a mio parere, un piccolo capolavoro sia per lo stile così intenso, elegante e raffinato sia per l’impostazione del discorso che segue un ritmo ondeggiante, a volte spezzato ma sinuoso, proprio di una mente che cercando di addormentarsi è occupata da pensieri che ora si sovrappongono, ora si librano verso l’alto, ora ritornano indietro, liberandosi piano piano di orpelli e frammentandosi. Hildesheimer in questo sua “prosa monologica”, come la indica lui stesso, ci squaderna davanti riflessioni sulla storia, sulla natura dell’uomo, su paesaggi, città, persone, su viaggi geografici e nel tempo che solo una mente colta, matura, assolutamente irriverente può fare. Questo lungo monologo, questa mescolanza e concatenazione di pensieri ci riserva poi storie incredibili come quelle legate ai letti, quello invernale e quello estivo, o quella dei galli dell’Attica, storie perfettamente compiute. Ma e nei sono anche altre bellissime, incompiute o solo toccate. E poi c’è Tynset, questa località lontanissima, norvegese: la meta di un viaggio progettato, accanitamente desiderato sul quale vanno a caricarsi aspettative importanti ed essenziali. Eccola Tynset : una via di fuga , un’evasione liberamente scelta, agognata, una meta verso il dissolvimento nel Nulla. Di più non saprei dire perché non è facile. Il mio giudizio comunque è eccellente.
Profile Image for Marco García Panizo.
57 reviews1 follower
September 11, 2023
Este ha sido un libro que se ha debatido desde el inicio entre las 3 y las 5 estrellas.

El autor, haciendo gala del teatro del absurdo, narra los delirios de una noche en vela, en un continuo entrelazamiento de historias y pensamientos enlazados, que no parecen tener un final lógico.

Está claro que esa forma de narrar que lleva a sentir el delirio es lo que el autor pretende, y es por eso que me parece brillante. Pero, a su vez, soy de la opinión de que un libro te tiene que pedir volver a el, y este no lo hace. Si bien hay periodos en los que la lectura se presta a la continuidad, la mayoría de las veces que cierras las páginas, no tienes ningún reclamo para volver a abrirlas.

Por ello, y sabiendo que es solo mi opinión personal, se queda en un 3.
Profile Image for Claire.
105 reviews
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October 7, 2023
Hmmmmmm. The story-in-story at the end of the plague and the last inhabitants of the big bed was a major highlight. I am not sure this book furnished new insights into postwar Germany or the possibilities for new modes of narration … But I liked being there
Profile Image for Micebyliz.
1,271 reviews
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April 23, 2017
I thought i could follow the stream of consciousness that is this novel, but i was wrong. I got lost and then i realized i didn't care :) because at some point i think an author has a responsibility to their readers to make sense, or at least give a clue how to do it.
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