Mein Buch des Jahres!
Ein hoch ungewöhnlicher Kriminalroman.
Über viele hundert Seiten (ich liebe dicke Bücher) bin ich gespannt den Gedanken, Überlegungen und Schlussfolgerungen des Kommisars gefolgt. Ich habe mit ihm während seines Kampfes zwischen den zerstrittenen Machtgruppen innerhalb des Präsidiums gelitten. Während meiner Lesereise habe ich en passant den japanischen Berufsalltag und die für uns ungewohnte Unterordnung von Frauen tiefer kennengelernt. Viele Fährten führten in die Irre, nur quälend langsam erkannten wir gemeinsam die wahren Hintergründe. Yokoyama gelang es, mich komplett in diese Welt zu ziehen. Vermutlich wird sein Roman der erste Krimi sein, den ich ein zweites Mal lesen werde, obwohl mir dann die Auflösung schon bekannt ist. Denn Kommissar Mikumis Kampf um Erkenntnis hat mich nicht nur gefesselt, sondern wirklich berührt. Und das ist viel, viel mehr als das normale, sehr geschätzte Lesevergnügen, dass andere, durchaus gute Krimis mir bereiten.
Auf dem Buch wird mit einer Kritik geworben, dies sei der erste Kriminalroman, der den Nobelpreis verdiene. Nach der Lektüre hat diese Aussage ihren marktschreierischem Zug verloren. Für mich ist das Buch tatsächlich ein Meisterwerk.
Wer hätte das gedacht?