Darum geht’s:
Erdenmensch Nunzio Arquette hat es vor einiger Zeit auf den fremden Planete Splinterpoint verschlagen und langsam fängt er an, sich in dieser skurrilen Welt zurecht zu finden. Doch sein aktueller Auftrag für die Söldner-Gilde geht schief, er verliert vorübergehend seine Zulassung, verursacht großen finanziellen Schaden, für den er selbst aufkommen muss und muss auch noch zusehen, wie ein gutaussehender Verkäufer ihm seinen Job und seine Belohnung wegnimmt. Kann es für ihn schlimmer kommen? Ja, kann es.
So fand ich’s:
Splinterpoint ist eine überaus interessante Welt, in der sich verschiedenste Dimensionen überschneiden und vermischen und entsprechend variabel sind die Naturgesetze, so vielseitig sind die Bewohner und so viel Spaß macht es, eine Abenteuergeschichte aus dieser Welt zu lesen. Obwohl die Autorin sehr viel Mühe darauf verwandt hat, diese Welt zu erschaffen, kommt alles leicht und spielerisch mit einer guten Prise Humor rüber. Die Personen, die eine Rolle spielen, haben ebenso ungewöhnliche Fähigkeiten, benutzen Magie oder im Falle von Protagonist Nunzio zerstören sie sie, und sind für den Leser genauso fremd wie für die anderen Mitstreiter. Sie raufen sich zusammen, als es gilt, das Ende der Welt zu verhindern.
Hier wird über fast 300 Seiten ein beständiges Feuerwerk der Skurrilitäten gezündet, das einen kaum zu Atem kommen lässt. Die Autorin schöpft aus einem gigantischen Fundus schräger Fantasie, der genau mein Humorzentrum getroffen hat.
Vielleicht war das manchmal einen Hauch zu ausführlich und die Gags liefen ab und zu wegen der Vielzahl einfach an einem vorbei. Weswegen ich kein Favoritensternchen vergeben habe liegt aber mehr daran, dass mir hier viel zu wenig Liebe, Sex und Romanze vorhanden war. Bis kurz vor dem Schluss wäre das Buch als astreine Sci-Fi/Fantasy a la Terry Pratchett oder Douglas Adams durchgegangen und dass am Ende doch sowas wie ein Happy End (wenn auch unter großen „technischen“ Schwierigkeiten) zu finden war, hat mir persönlich nicht gereicht. Nunzio und der sanfte Barbaren-Krieger Kol’daar, dessen wichtigste Waffen Freundlichkeit und Musik sind, harmonierten wunderbar miteinander, aber das hätten sie genauso gut als Freunde und Kampfgefährten getan.
Wer also den Schwerpunkt nicht unbedingt auf die Romanze legt, sondern wunderbar erzählte skurrile und witzige Fantasy mit tollen Charakteren sucht, dem lege ich „Splinterpoint“ wärmstens ans Herz.