4.9| Dieses Buch von Brandon Q. Morris (Matthias Matting) ist m.E. der bisherige Höhepunkt seines Schaffens, ein Hard Science Thriller der Extraklasse. Sein Roman, der in seinem Zyklus angesiedelt ist, von dem die Eismond-Trilogie (Enceladus, Titan, Io) der Anfang war, bietet eine neue Idee für eine interstellare Reise zum nächsten bekannten Extrasolaren Planeten mit einer atemberaubenden Technologie, die ich in dieser Form in der SF noch nie gelesen habe.
Da ich hier nicht spoilern will, kann ich dem Autor hier nur gratulieren zu der Idee, wie er von den heutigen technischen Möglichkeiten eine phantastische interstellare Reise extrapoliert, die Idee wurde zwar bereit in Charles Stross "Accelerando" skizziert, aber Matting machte daraus einen großen Roman. Die Beschreibung von Proxima Centauri b ist atemberaubend und nach den technischen Daten her einigermaße gut extrapoliert, ich denke es ist hier auch wie bei jedem Roman von Matting, dass man beim Lesen stetig auf dem Fundus des aktuellen Wissens fährt.
Der Anhang ist also wie immer aktuell und wahnsinnig aufhellend.
Die Handlung nach der Landung ist für mich aber noch ausbaufähig, weshalb ich keine volle 5 Sterne vergeben konnte. Ich hätte mir gewünscht, etwas mehr über die Hintergründe des 2. Marchenko zu erfahren, auch sind mir die Ziele der Expedition noch etwas unklar, warum sollten sich auch Adam und Eva auf ein miserables Leben auf einer lebensfeindlichen Welt freuen, da muss doch noch mehr dahinterstecken.
Immerhin ist klar, dass die Vorgeschichte der Expedion im Eismond-Roman Nr. 4 erzählt wird, die Fortsetzung der Abenteuer von Adam, Eva und Marchenko werden im 2. Teil der Alpha Centauri-Reihe beschrieben; ich kann es kaum erwarten...